Krankheitsbewältigung

    Schwerwiegende Erkrankungen stellen für unser Leben und dabei insbesondere für die psychische und physische Belastbarkeit eine enorme Herausforderung dar. Sie konfrontieren uns mit der Notwendigkeit, die Situation zu bewältigen und uns anzupassen. Damit verbunden sind deutliche Veränderungspunkte und Neuorientierungsnotwendigkeiten. Diese machen uns meistens Angst, könnten uns aber auch eine Chance bieten, vorhandene unbewusste oder vorbewusste Sehnsüchte nach Veränderung zu realisieren.

    Krankheitsbedingte Belastungen sensibilisieren uns auch für Alltäglichkeiten, die dann nicht mehr wie gewohnt ablaufen. Wir erleben uns abhängig von Ärzten, Pflegepersonal, Untersuchungsabläufen und familiären Rahmenbedingungen. Der Hausarzt als Koordinator diagnostisch-therapeutischer Schritte, als Vermittler von Spezialisten kann dabei entlastend tätig sein. Vor allem ist es aber notwendig, eigene Ressourcen zu mobilisieren und adäquat einzusetzen. Dabei wird uns auch bewusst, dass die eigene Begrenztheit und die nicht erreichbare Unvergänglichkeit grenzsetzende Lebenspunkte darstellen.

    Im Rahmen der Bewältigung von und Anpassung an Lebensschnittpunkte kommt es meist zuallererst zum Versagen normaler adaptiver Funktionen – erst allmählich gelingt die Mobilisierung der eigenen Ressourcen. Dabei spielen auch externe Ressourcen eine wesentliche Rolle. Sollte dieser Adaptationsprozess nicht gelingen, laufen die Betroffenen Gefahr, in einen Zustand zunehmender psychischer Dekompensation zu geraten. Auch hier kann professionelle Begleitung eine wichtige Hilfestellung darstellen.