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     Nackenschmerzen

    Der österreichischen Gesundheitsbefragung 2014 nach litt fast ein Fünftel der Bevölkerung unter chronischen Nackenschmerzen oder sonstigen chronischen Beschwerden an der Halswirbelsäule (insgesamt 19 %). Frauen sind häufiger von diesem Problem betroffen als Männer (23 % bzw. 14 %). Die Häufigkeit dieser Beschwerden nimmt bis zum mittleren Erwachsenenalter zu, wobei die Unterschiede nach Geschlecht erhalten bleiben. Rund 10 % der Männer und 15 % der Frauen gaben an, von Schmerzen sowohl im Rücken-, als auch im Nackenbereich betroffen zu sein.
    So unangenehm sie für die Betroffenen auch sind, so sind Nackenschmerzen in der Regel kein Grund zur Sorge. Sie sind oft mit Muskelverspannungen verbunden, z. B. bei Bildschirmarbeitern. Eine konkrete Ursache zu finden, gelingt leider nur selten. Meist spielen verschiedene Faktoren zusammen; Stress und psychische Belastungen etwa sind häufig im Spiel, wenn die Schmerzen chronisch werden.
    Wesentlich bei Nackenschmerzen ist es, (äußerst seltene) gefährliche Verläufe auszuschließen und die Schmerzen zu lindern.

    Mögliche Ursachen:
    – Schwache Halsmuskulatur und Überlastung
    – Gelenkverschleiß
    – Bandscheibenveränderungen, Verengung des Wirbelkanals oder Bandscheibenvorfall
    – Schleudertrauma
    – Begleiterscheinung, z. B. von entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule, Kiefergelenksbeschwerden oder starken Kopfschmerzen
    Oft ist die Ursache nicht eindeutig identifizierbar; Gelenkverschleiß etwa kann, muss aber keineswegs zu Nackenschmerzen führen.

    Therapie

    Viele Patienten bevorzugen Wärmeanwendungen, um Verspannungen zu lösen und die Schmerzen zu lindern. Bei Nackenschmerzen durch Nervenreizungen kann auch eine Kühlpackung wohltuend sein.

    Bewegungstherapie: Moderate Evidenz (Evidenz = wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit) für Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung, Es gibt Hinweise, dass Kräftigungsübungen chronische Nackenschmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern können.
    Akupunktur: Moderate Evidenz für kurzfristige Schmerzlinderung. Es gibt schwache Hinweise, dass Akupunktur Nackenschmerzen kurzfristig lindern kann. Die Wirkung ist aber gering und hält nicht längerfristig an.
    Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Moderate Evidenz für kurzfristige Schmerzlinderung. Es gibt Hinweise, dass die KVT die Bewegungsangst bei chronischen Nackenschmerzen stärker verringert als andere Maßnahmen.
    Medikamentöse Therapie: Viele Patienten versuchen, akute Schmerzen mit (teilweise) rezeptfreien Schmerzmitteln, wie Ibuprofen oder Diclofenac, zu lindern. Manche greifen auch zu Paracetamol. Zur Wirkung dieser Medikamente bei Nackenschmerzen gibt es bislang jedoch keine ausreichende Evidenz (Unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf Magen, Nieren, Leber!). Auch die Wirksamkeit der Anwendung von Diclofenac und Ibuprofen als Salbe ist bei Nackenschmerzen bislang noch nicht gut untersucht. Ein Vorteil der örtlichen Anwendung der Mittel sind die seltenen Nebenwirkungen im Vergleich zu Tabletten; unerwünschte Wirkungen sind Hautirritationen.

     Was nutzt bei einer Erkältung?

    Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen – eine Erkältung ist alles andere als angenehm. Doch nutzt der Griff in die Pillenschachtel?

    Antibiotika: Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die Einnahme bei Atemwegsinfektionen in vielen Fällen hinterfragt werden sollte: 90 % dieser Erkrankungen stellen keine Indikation für eine Antibiotikabehandlung dar. Eine generelle Antibiotikagabe wird bei akuter Bronchitis nicht empfohlen: Eine Analyse der angesehenen Cochrane-Gesellschaft fand eine Verkürzung von durchschnittlich 18 auf 17,4 Tage Hustendauer durch Antibiotikabehandlung; mehr als jeder Fünfte (22 %), der ein Antibiotikum bekam, berichtete über Nebenwirkungen, wie Durchfälle, Hautausschlag u. a. Lediglich schwache und ältere Menschen (75+) sowie Patienten mit bestehenden Grunderkrankungen könnten einen leichten Nutzen von einer Antibiotikaeinnahme haben.

    Schmerz- und Fiebermittel: Erhöhte Körpertemperatur und Fieber werden für die Heilung als günstig bewertet. Vor dem Einsatz fiebersenkender Medikamente sind Behandlungsversuche mit Wadenwickeln eine allgemein anerkannte Maßnahme (allerdings nur bei warmen Extremitäten!). Schmerzmittel haben keinen Einfluss auf die Krankheitsdauer, aber in Einzelfällen können z. B. Paracetamol oder Ibuprofen zur Linderung von Kopf- und Gliederschmerzen sinnvoll sein.

    Hustenreizdämpfende Medikamente: Codeinhaltige Mittel sind in der Regel nicht erforderlich und nur bei trockenem und quälendem Reizhusten für maximal 14 Tage sinnvoll.

    Schleimlösende Mittel: Sollen bei produktivem Husten die Sekretion der Bronchialflüssigkeit fördern oder die Viskosität eines verfestigten Bronchialschleims senken; diese Wirkung ist bei akutem Husten und Erkältungskrankheiten wissenschaftlich nicht belegt. Die französische Arzneimittelbehörde hat schon 2010 die Verwendung von Schleimlösern bei Kindern unter 2 Jahren als nicht zulässig eingestuft! Der Grund: Säuglinge und Kleinkinder können die Atemwegssekrete schlecht abhusten. Verflüssigen Medikamente den Bronchialschleim, kann es in den Bronchien zu einem Sekretstau kommen.

    Pflanzliche Schleimlöser: Diese Mittel sind noch wenig untersucht; wenn Sie selbst bisher gute Erfahrung damit haben, ist wohl nichts einzuwenden.

    Abschwellende Nasentropfen: Anwendung nur bei starkem „Stockschnupfen“, keinesfalls länger als 7 Tage!

    Echinacin (Sonnenhut): Zwar gibt es Untersuchungen, die einen Nutzen erhoffen lassen – insgesamt sind Echinacinpräparate aber schwierig zusammenfassend zu bewerten, da verschiedene Sorten und auch Pflanzenbestandteile eingesetzt werden. Eine Cochrane-Publikation dazu sieht keinen Nutzen in der Behandlung von Erkältungen, aber möglicher Weise einen geringen Nutzen in der individuellen Erkältungsprophylaxe.

    Honig: Anhand der wissenschaftlichen Datenlage kann man sich weder für, noch gegen Honig in der Behandlung des Hustens aussprechen – auch hier gilt: Wenn es gut tut, spricht nichts dagegen.

    Zink: Wird Zink binnen 24 nach Auftreten der Symptome eingenommen, kann bei gesunden Menschen die Dauer der Erkältungssymptomatik verkürzt werden (Studie mit Gabe von ≥ 75 mg/Tag); die Daten dazu sind aber noch nicht ausreichend gesichert, um dies allgemein als Behandlung empfehlen zu können Insbesondere bei Lutschtabletten ist der erhoffte Nutzen vor dem Hintergrund der potentiellen Nebenwirkungen (Übelkeit, Erbrechen, schlechter Geschmack) zu sehen.

    Der PAP-Abstrich in der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

    Das österreichische Vorsorgeuntersuchungsprogramm empfiehlt den Gebärmutterhalsabstrich (PAP-Abstrich, benannt nach dem griechischen Arzt Papanicalaou) seit 2005 allen Frauen zwischen 19 und 69 Jahren in einem Abstand von 3 Jahren, wenn die drei ersten Abstriche im 1-Jahres-Abstand unauffällig waren. Ab 70 kann auf weitere Vorsorgeuntersuchungen verzichtet werden, sofern in den vergangen zehn Jahren kein PAP-Abstrich mit höherem Testergebnis als PAP I oder II gefunden wurde, da gute wissenschaftliche Belege dafür vorhanden sind, dass Frauen in der Altersgruppe 70 Jahre und älter nicht mehr von fortgesetzten PAP-Tests profitieren.

    Es gibt große Unterschiede in den Empfehlungen der einzelnen Länder: Nur mehr in ganz wenigen Ländern, etwa in Deutschland, werden allen über 20-jährigen Frauen jährliche Gebärmutterhalsabstriche angeboten. In anderen Ländern, z. B. in der Schweiz, den Niederlanden, Dänemark und Italien, werden Untersuchungen im Abstand von 2–3 Jahren für ausreichend gehalten – ein Krebs wächst so langsam, dass die Untersuchung noch rechtzeitig kommt. In England beginnt das Screening mit 24, in Finnland beginnt es erst mit 30 und endet mit 60. Der Abstand zwischen den Untersuchungen beträgt dort 5 Jahre.

    Es gibt keinen direkten Nachweis, dass eine jährliche Vorsorgeuntersuchung bezüglich Zervixkarzinom bei Frauen, die keiner Risikogruppe angehören, zu besseren Ergebnissen führt als Untersuchungen im Abstand von drei Jahren. Ein kürzeres Intervall hat sich in einer großen Studie, die acht nationale Screening-Programme in Europa und Kanada mit insgesamt 1,8 Millionen beteiligten Frauen umfasste, als nicht überlegen herausgestellt. Es gibt klare Hinweise, dass es durch eine Erhöhung der Frequenz zur deutlichen Zunahme der Nachteile kommt. Die Effektivität des Screenings lässt sich weniger durch häufiger durchgeführte PAP-Tests oder durch Ausweitung der Altersgruppen steigern, als vielmehr durch die vermehrte Erfassung von Frauen, die bislang nicht oder nur unregelmäßig zu den Gesunden-Untersuchungen gehen, insbesondere jene, die ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs haben.

    Personen mit Empfehlung zu kürzeren Intervallen:

    • Frauen, die besonders früh sexuell aktiv sind (vor dem 16. Lebensjahr)
    • Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
    • Frauen, die bereits bei früheren Abstrichen Zellveränderungen hatten
    • Frauen aus niedriger Sozialschicht
    • Frauen mit Geschlechtskrankheiten, HPV- oder HIV-Infektion

    Wir informieren Sie in unserer Praxis selbstverständlich gerne umfassender!